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Trainerin und Coaching: Peggy Deventer

Sie hilft Hörbehinderten beim Schreiben von Bewerbungen und unterstützt sie bei der Jobsuche. Peggy Deventer deckt aber auch noch andere Fachgebiete ab. Sie erzählt.

Peggy Deventer ist Geschäftsinhaberin der Bildungs- und Wissensakademie ‹BiWiAk› mit Sitz in Dortmund. Ihre Angebotspalette für gehörlose Menschen umfasst Seminare, Kurse und Bewerbungstrainings. Diese werden in Gebärdensprache und mit kreativen Methoden durchgeführt.

Peggy vermittelt als Bewerbungscoach vielfältige Erfahrungen. «Eine Arbeit zu finden ist schwer. Deswegen bitte nicht aufgeben», so Peggy. Sie selbst fand ihren Weg in die Selbständigkeit nachdem ihr damaliger Arbeitgeber sie entlassen hatte, da die Firmenaufträge zurückgegegangen sind. Sie war die Letzte, die im Unternehmen eingestellt wurde und somit auch die Erste, die gehen musste. Heute ist sie froh darüber. Sie liebt es selbständig zu sein. «Ich mag es Menschen zu helfen. Und ich kann machen was ich will», freut sie sich. Vor acht Jahren hat Peggy halbtags gearbeitet. Seit sechs Jahren ist sie nun selbständig. Die Idee Bewerbungstrainings für Gehörlose anzubieten kam ihr dadurch, dass sie die Gebärdensprache fasziniert und sie den Wunsch hatte beides zu verbinden. «Ich liebe die Gebärdensprache», so Peggy. Seit einem Jahr und ungefähr drei Monaten lernt sie nun schon die Gebärdensprache und gibt wertvolle Tipps rund um die Bewerbung.

Viele Arbeitgeber sind bezüglich gehörloser Menschen unterinformiert. Sie wissen nicht wie die Kommunikation mit gehörlosen Menschen abläuft und wissen nicht welche Kosten durch einen Dolmetschereinsatz auf sie zukommen und wer die Kosten übernimmt. Daraus resultiert ihre Angst, gehörlose Menschen einzustellen. Daher ist es wichtig, offen zu sein und den Arbeitgeber darüber zu informieren, wenn man gehörlos ist. Peggy rät der Bewerbung ein Informationsschreiben beizulegen mit der folgenden Information: «Ich kommuniziere in Gebärdensprache. Ich kann aber auch von den Lippen ablesen.» Darüber hinaus sind zusätzliche Informationen mit einzufügen z.B. wer die Dolmetscherkosten übernimmt. Schwerhörigen Menschen rät Peggy einen Hinweis auf die Schwerhörigkeit nicht zwingend mit in die Bewerbung reinzunehmen, insofern die Kommunikation gut klappt.

Die Bewerbungen müssen perfekt sein. Ordentlich und sauber mit einem aktuellen Foto vom Fotografen. Rechtschreibfehler und langweilige Formulierungen sollten vermieden werden. Der Arbeitgeber nimmt sich lediglich 3 Minuten Zeit für die Bewerbung. Daher sollte die Bewerbung interessant gestaltet sein. Weiterhin weist Peggy darauf hin, dass es wichtig ist nach dem Ansprechpartner zu suchen, um allgemeine Anreden wie «Sehr geehrte Damen und Herren» zu vermeiden. Zudem ist es wichtig sich vorab über die Webseite der Firma zu informieren und zu schauen was sie gut macht. Diese Informationen werden im Anschreiben aufgegriffen. Formulierungstechnisch kann das wie folgt aussehen: «Ich finde es super, dass sich Ihre Firma für Kinder engagiert. Die Kinder sind unsere Zukunft.» Am Besten ist es eine Bewerbungsmappe anzulegen, die folgende Unterlagen in folgender Reihenfolge enthält: Deckblatt, Lebenslauf Zeugnisse und Zertifikate. Oben auf die Bewerbung kommt das Anschreiben.

«Viele Gehörlose denken: Ah ich habe 100-200 Bewerbungen geschrieben. Ich bekomme nie eine Arbeit. Das ist nicht richtig. Man sollte immer weiter schreiben», so Peggy. Sie kennt viele Hörende, die auch 100-200 Bewerbungen schreiben und dann Arbeit finden. «Eine Arbeit zu finden ist schwer. Deswegen bitte nicht aufgeben», ermutigt Peggy. Für sie ist es wichtig immer weiter zu machen auch wenn es mal nicht gut läuft und spricht dabei aus eigenen Erfahrungen. Als Existenzgründerin musste sie viele Informationen beschaffen und einen guten Businessplan schreiben. NLP hat ihr zu der Zeit als sie ihre Arbeit verloren hatte und nach neuen Möglichkeiten suchen musste, sehr geholfen. «NLP bietet auch Möglichkeiten, wenn ich mich schlecht fühle, mich wieder gut zu fühlen», sagt sie.

NLP ist das Kürzel für Neurolinguistisches Programmieren und beinhaltet viele Bereiche z.B. auch die Kommunikation. NLP hilft dabei gute Gespräche zu führen und ist im beruflichen Bereich gut geeignet für Gespräche auf Augenhöhe. Denn gute Gespräche entwickeln sich, wenn Gemeinsamkeiten vorhanden sind wie z.B. gemeinsame Interessen oder auch gleiche Bewegungen.«Zum Beispiel dein Gegenüber hat die Beine verschränkt. dann wartest du erstmal und verschränkst dann auch die Beine», erklärt Peggy. In Peggy hat NLP eine neue Lebenseinstellung wachgerufen.

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