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Resilienz in der Frühförderung

Resilienz ist für viele Eltern ein wichtiger Begriff und ein wesentlicher Bestandteil in der Erziehung. Wie kann die Resilienz meines Kindes gestärkt werden?

Was ist Resilienz? Als Resilienz wird die innere Stärke des Menschens bezeichnet, Belastungssituationen zu bewältigen. Resiliente Menschen können kreativ und flexibel auf Belastungssituationen reagieren, denen andere sich hilflos ausgeliefert fühlen. Sie greifen dabei auf ihre Stärken und Fähigkeiten zurück, die sie im Laufe ihrer Lebensjahre weiter entwickeln. Resilienz ist nicht angeboren, sondern kann erlernt werden.

Was macht unsere Kinder stark? Welche Ergebnisse liefert uns die Resilienzforschung diesbezüglich? Die Resilienzforschung beruht auf das Risiko- und Schutzfaktorenkonzept. Risikofaktoren können während der frühkindlichen Entwicklung die Ausbildung einer starken Resilienz behindern. Im Vordergrund stehen die psychosozialen Bedingungen, die ein Kind bewältigen muss, wie die Armut, psychische Störungen/Erkrankungen und/oder der Alkohol und Drogenmissbrauch der Eltern, traumatische Ereignisse sowie chronische familiäre Disharmonien und unsichere Bindungen zu Bezugspersonen. Weiterhin gesundheitliche Einschränkungen des Kindes, wie die vererbte Anfälligkeit, Krankheiten zu entwickeln oder auch chronische Krankheiten, mit denen es lernen muss umzugehen.

Beim Schutzfaktorenkonzept geht es darum, festzustellen über welche Ressourcen ein Kind verfügt, mit denen es belastende Lebenssituationen erfolgreich bewältigen kann. Zum einen zählen folgende angeborene Eigenschaften zu den Schutzfaktoren: Temperament, intellektuelle Fähigkeiten, Eigenanatrieb, Kreativität und Humor und zum anderen umgebungsbezogene Faktoren. Mit umgebungsbezogenen Faktoren sind die Bezugspersonenkreise des Kindes gemeint. Stabile Beziehungen bilden einen emotionalen Schutzkreis um das Kind. In emotional belastenden Situationen weiß das Kind, dass es Unterstützung von seinen Bezugspersonen erhält. Wird das Kind durch unvorhergesehene Ereignisse emotional aus der Bahn geworfen, pendeln sich die Emotionen wieder ein, es entsteht ein emotionales Gleichgewicht. Zu den Bezugspersonen zählen u.a. Freunde, Verwandte, Nachbarn, Pädagogen, Eltern, Großeltern sowie Geschwister. Zusätzlich zu den angeborenen Eigenschaften und den umgebungsbezogenen Faktoren, entwickelt das Kind sogenannte Resilienzfaktoren durch Interaktionen mit seiner Umwelt, aus. Zu den Resilienzfaktoren zählen u.a. ein positives Selbstwertgefühl, emotionale und soziale Kompetenz. Hier befindet sich die Drehschraube für eine starke Resilienz des Kindes. Von besonderer Bedeutung ist es, dass das Kind zu sich selbst sagen kann, dass es Gestalter seines Lebens ist. Dass es an einer Situation etwas verändern kann und ihr nicht hilflos ausgeliefert sein muss.

Adultismus bzw. die Diskriminierung der Kinder durch Eltern, die aus der Machtungleichheit zwischen den beiden Parteien resultiert, sollte möglichst vermieden werden, da es das Selbstwertgefühl des Kindes schwächen kann. Stellen sich die Erwachsenen über das Kind und behandeln es auf eine Weise, das seinem Alter nicht gerecht wird, indem das Kind z.B. permanent in seine Schranken verwiesen wird, ihm andauernd mitgeteilt wird, dass es zu langsam oder ungeschickt ist, sieht es sich irgendwann selbst als Versager an, anstatt sich positiv zu entfalten. Die Unterlegenheit den Erwachsenen gegenüber, wird oft mit Aggressivität oder innerem Rückzug kompensiert. Kinder sind sensibel. Sie nehmen die Ablehnungshaltung und Enttäuschung der Erwachsenen wahr. Geben Sie ihrem Kind Stabilität und Klarheit. Sprechen Sie es so an wie Sie selbst angesprochen werden möchten. Teilen Sie ihm mit was es gut macht und was nicht und geben Sie ihm eine Erklärung. Teilen Sie ihrem Kind mit, was Sie fühlen und begründen Sie ihre Gefühle. So kann das Kind Zugang zu den eigenen Gefühlen finden, die der anderen respektieren, logische Schlüsse ziehen und lösungsorientiert denken. Diese Kompetenzen helfen mit zukünftigen Belastungssituationen souverän umzugehen. Erlauben Sie ihrem Kind Fehler zu machen. Jeder Fehler bringt neue Erfahrungen. Mischen Sie sich so wenig wie möglich in die Eigenaktivität des Kindes ein. Geben Sie erst Hilfestellung in Problemsituationen, wenn das Kind ausdrücklich danach fragt. Geben Sie ihm Zeit, selbst eine Lösung zu finden. Durch Eigenaktivität werden alle Sinne gefordert. Daher handelt es sich hierbei um die intensivste Form sich Erfahrungen anzueignen. Da Eigenaktivität aus der Langeweile entspringt, ist es genauso wichtig Langeweile zuzulassen. Kinder müssen Zusammenhänge selbst entdecken können, um so die Welt für sich selbst aufbauen und verstehen zu können. Neue und schwierige Herausforderungen, die dem Kind übertragen werden, geben ihm zunehmend Selbstbewusstsein und Stabilität. Dabei sollte beachtet werden, dass die neuen Aufgaben das Kind nicht zu stark überfordern.

Auch Humor und Freude sind Stabilisatoren. Wenn wir etwas zum Lachen finden, ist es kleiner als wir selbst und damit bedeutungsloser. Was passiert außerhalb des Umfelds der Eltern in der Kita? Was kann die Kita tun, um die Resilienz der Kinder zu stärken? Eine beständige, für das Kind verlässliche und einschätzbare Bezugsperson ist das «A und O». Erzieher nehmen eine wichtige Stellung ein, d.h. sie können einerseits den Eltern eine Unterstützung sein und diese entlasten, andererseits für die Kinder ein stärkeres Vorbild sein. Das Kind bedarf an Erwachsenen, die miteinander kommunizieren und sich gegenseitig und sich selbst wertschätzen, um sich beschützt und sicher zu fühlen. Es lernt sich selbst wertzuschätzen. Ein Kind, das seinen eigenen Wert kennt und davon überzeugt ist wertvoll zu sein, ist viel weniger auf Anerkennung von Außen angewiesen. Das Kind tut es den Erziehern, seinen Vorbildern gleich.

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Nach seiner Geburt ist das Kind in den häufigsten Fällen gesund und unversehrt. Es bringt angeborene Charaktereigenschaften mit, die für eine gute Resilienzentwicklung förderlich sind. Bei den angeborenen Eigenschaften handelt es sich u.a. um folgende Schutzfaktoren: Temperament, intellektuelle Fähigkeiten, Eigenanatrieb, Kreativität & Humor. Im Laufe der Lebensjahre eignet sich das Kind durch Interaktionen mit der Umwelt Resilienzfaktoren an, bis sich ein «Strauß von Fähigkeiten» entwickelt hat. Das Kind lernt auf sich selbst zu achten, gewinnt an Selbstvertrauen, Selbständigkeit, Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung. Es wird Gestalter seines eigenen Lebens.

In manchen Fällen haben Kinder schon vor oder ab dem Zeitpunkt der Geburt mit diversen Herausforderungen zu kämpfen. Dies ist der Fall bei angeborenen oder sich entwickelnden Krankheiten. Daneben können unsichere Bindungen zu den Eltern z.B. aufgrund der Frühgeburt und damit Trennung von den fürsorglichen Bezugspersonen, das Wohlbefinden des Kindes in den ersten Lebensjahren erheblich beeinträchtigen. Hier gilt es schnell zu reagieren, um das Kind nicht zu lange diesen instabilien Zuständen zu überlassen. Wird dies nicht getan, können psychische Folgen eine Konsequenz für das Kind sein. Gerade in den ersten Lebensjahren ist eine ehrliche fürsorgliche Wärme von besonderer Bedeutung.

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Wird dem Kind diese fürsorgliche Wärme gegeben, können seine Wunden heilen. Neben den angeborenen Eigenschaften entscheiden die umgebungsbezogenen Faktoren sowie die im Laufe der Lebensjahre zu entwickelnden Resilienzfaktoren durch Interaktion über die Ausprägung der Resilienz beim Einzelnen. Zu den umgebungsbezogenen Faktoren zählen stabile Beziehungen, die einen emotionalen Schutzkreis um das Kind bilden. Zu den Bezugspersonen, zählen u.a. Freunde, Verwandte, Nachbarn, Pädagogen, Eltern, Großeltern sowie Geschwister. Folgende Resilienzfaktoren, können erworben werden: U.a. ein positives Selbstwertgefühl, emotionale und soziale Kompetenz.

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Fehlverhalten der Eltern durch Alkohol und Drogenmissbrauch, oder psychische Störungen/Erkrankungen der Eltern, traumatische Ereignisse sowie chronische familiäre Disharmonien und unsichere Bindungen zu Bezugspersonen. Gesundheitliche Einschränkungen des Kindes, wie die vererbte Anfälligkeit, Krankheiten zu entwickeln oder auch chronische Krankheiten, stellen Risikofaktoren dar, die die Ausbildung einer guten Resilienz bei den Kindern behindern können. Fehlt es einem Kind an Resilienz kann es nicht auf seine Stärken und Fähigkeiten zurückgreifen, um kreativ und flexibel auf Belastungssituationen zu reagieren und diese zu bewältigen. Sie fühlen sich hilflos der Stuation ausgeliefert.

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