#deafjob

«Die Bewohner nehmen sich Zeit und Rücksicht»

Sabine arbeitet als Fachfrau Gesundheit in der Alterswohnung in Leukerbad. Sie unterstützt die Bewohner nach Bedarf und mit viel Einfühlungsvermögen bei der täglichen Körperpflege, beim An- und Ausziehen sowie beim Essen und Trinken und gestaltet die Freizeit der Bewohner aktiv mit.

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Sabine ist 25 Jahre jung und arbeitet bereits seit drei Jahren als Fachfrau Gesundheit in der Alterswohnung Leukerbad. Als gelernte Schneiderin fand sie keine Arbeitsstelle und entschied sich für eine Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit, nachdem die Leitung der Alterswohnung Kontakt mit ihr aufgenommen hatte. «Zu Arbeitsbeginn war die Kommunikation mit meinen Arbeitskollegen nicht immer einfach. Der Direktor der Berufsfachschule Oerlikon hielt einen Vortrag in der Alterswohnung Leukerbad und unterstützte mich dabei, mich wieder wohl auf der Arbeit zu fühlen. Ich bin ihm heute sehr dankbar für seine Hilfe», erzählt Sabine freudig. Sie findet, dass Arbeitgeber Bewerber mit einer Hörbehinderung eine Chance geben sollten, denn sie verfügen über genauso gute Kompetenzen wie andere Bewerber auch.

Durch die enge Zusammenarbeit mit den Bewohnern des Hauses entstand ein inniges Vertrauensverhältnis. «Die Bewohner nehmen sich Zeit und Rücksicht auf meine Hörbeeinträchtigung. Sie erzählen viele Geschichten aus ihrem Leben. Es fasziniert mich an meiner Arbeit, als Zuhörerin, Teil von den interessanten Gesprächen der Bewohner zu sein», erklärt Sabine begeistert. Mit den Bewohnern unternimmt sie verschiedene Aktivitäten. Darunter das «Sprüche klopfen». «Ich finde das sehr lustig. Gegenüber einer Bewohnerin nenne ich den ersten Teil eines Satzes, welchen sie dann zu Ende formuliert. Zum Beispiel ‹Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht›. Wir sind hier zu einer Familie zusammengewachsen», so Sabine begeistert.

Als Fachfrau Gesundheit trägt Sabine eine grosse Verantwortung zum Beispiel beim Richten der Medikamente am Morgen. «Dabei darf nichts durcheinandergeraten, da die einzelnen Medikamente in ihrer Dosierung auf jeden einzelnen Bewohner abgestimmt sind. Manche Medikamente müssen aus Sicherheitsgründen zweifach verriegelt werden», erklärt Sabine. Wichtig ist, dass die Bewohner erhalten, was sie brauchen und sich wohl fühlen. Dieser Aufgabe kommt Sabine gerne nach. Nachdem Sabine die Medikamente gerichtet hat, bereitet sie das Frühstück für die Bewohner vor. Und prüft, noch bevor sie die Bewohner zum Frühstück begleitet, ihren Zuckerwert und Blutdruck. Die Werte gibt sie in eine Datenbank ein. Aufgrund ihrer Hörbehinderung ist Sabine beim Messvorgang auf alternative technische Hilfsmittel angewiesen. Da sie mit dem Stethoskop keine Geräusche wahrnehmen kann, misst sie den Blutdruck mithilfe eines modernen Blutdruckmessgeräts, das den gemessenen Wert auf dem Display anzeigt.

Zwischendurch geht Sabine üblichen hauswirtschaftlichen Tätigkeiten nach, wie zum Beispiel dem Wäschewaschen oder Reinigungsarbeiten in den Räumen. Je nach Bedarf unterstützt sie die Bewohner bei der Körperpflege und beim üblichen Toilettengang. Da durch langes Stehen oder Sitzen die Beine einseitig bewegt werden, besteht bei den Bewohnern ein Thromboserisiko. Durch Thrombosestrümpfe kann das Risiko gemindert werden. Indem durch die Strümpfe ein Druck von aussen auf die Venen erzeugt wird. Der Venendurchmesser verkleinert sich. Wodurch das Blut schneller zurück zum Herzen fliessen kann. Aus diesem Grund versorgt Sabine die Bewohner mit Thrombosestrümpfen. Dabei gestaltet sie das Anziehen so angenehm wie möglich. Aufgrund der altersbedingten motorischen Beeinträchtigung der Bewohner, ist Sabine ihnen eine grosse Hilfe.

Auch in ihrer Freizeit werden die Bewohner von Sabine mit viel Einfühlungsvermögen und einer wertschätzenden Grundhaltung umsorgt. Sie gestaltet die Freizeit aktiv für die Bewohner mit, spielt, bastelt, backt mit den Bewohnern und geniesst mit ihnen die Spaziergänge in der freien Natur. «Das Wichtigste für mich ist, dass sich die Bewohner wohl fühlen. Sie haben ein grosses Herz», sagt Sabine und strahlt.

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