So hört die Welt in Peru
In armen Ländern sind Kinder mit Hörbehinderung auf jede Hilfe angewiesen. Kinder in Peru erhalten von Hear the World eine Chance, am örtlichen Leben teilzuhaben.
Die landschaftliche Vielfalt Perus ist riesig. Sie reicht von der Pazifik-Küste über den Regenwald bis hin zu den Anden, wo das Volk der Inka vor mehreren Jahrtausenden die Festung des Machu Picchu errichtete. Die kulturelle Blütezeit Perus ist heute längst vorbei. Nach langjährigen Unruhen erlebt das Land im Westen Südamerikas zwar seit der Jahrtausendwende einen wirtschaftlichen Aufschwung, dennoch ist es noch von Armut und grosser sozialer Ungleichheit geprägt. Bedürftige Menschen haben kaum Zugang zu medizinischer, geschweige denn audiologischer Versorgung: Auf etwa 32 Millionen Einwohner kommen lediglich zehn Audiologen.



Mehr als 31.000 Kinder auf Hörverlust getestet
Hörtests – insbesondere bei bedürftigen Kindern – konnten aufgrund des Fachkräftemangels in Peru bislang kaum durchgeführt werden. Dies kann fatale Folgen nach sich ziehen: Denn wer nicht hört, lernt nicht sprechen und hat somit kaum Chancen auf Schulbildung. Der Weg aus der Armut wird benachteiligten Kindern und Jugendlichen dadurch massiv erschwert. Aus diesem Grund hat die Schweizer Hear the World Foundation gemeinsam mit der World Wide Hearing Foundation 2016 ein Projekt zur Identifizierung und Versorgung von Hörverlust ins Leben gerufen. Das Ziel: bei 30.000 benachteiligten Kindern Hörscreenings durchführen.
Bereits Ende 2018 wurde das Ziel übertroffen: Mehr als 31.000 Kinder in Lima und Umgebung wurden getestet. Davon wurde bei 430 (rund 1,5 Prozent) ein Hörverlust diagnostiziert. Für sie beginnt nun ein neues Leben. Sie werden mit Hörgeräten versorgt, die ihnen nicht nur die Welt der Stimmen und Klänge eröffnen, sondern auch die Chance auf Bildung und ein eigenständiges Leben.
So auch bei den Geschwistern Loammy (16), Mishael (10) und Samuel (6), der bisher nicht sprechen konnte. Alle drei erhielten nach der Diagnose Hörverlust Hörgeräte und können sich jetzt nicht nur untereinander verständigen, sondern auch dem Schulunterricht besser folgen.



Wissen vermitteln für eine nachhaltige Versorgung
Die Vermittlung von Fachwissen steht von Anfang an im Mittelpunkt des Projekts. Während ihrer einwöchigen Einsätze testen die Sonova Volunteers nicht nur das Gehör der Kinder, sondern geben auch wertvolles Wissen an die Partner vor Ort weiter. So konnte durch die Zusammenarbeit mit peruanischen Sprachtherapie-Studenten, die im Rahmen der Kampagne zu audiologischen Technikern ausgebildet wurden, die Effizienz und Qualität der Hörscreenings im Laufe des Projekts erheblich verbessert werden.