In armen Ländern sind Kinder mit Hörbehinderung auf jede Hilfe angewiesen. Kinder in Guatemala erhalten von Hear the World eine Chance, am örtlichen Leben teilzuhaben.
Genau in der Mitte des Doppelkontinents Amerika liegt das mit knapp 13 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Land Zentralamerikas: Guatemala. Bunte Kolonialstädte, dichte Regenwälder, Vulkane und alte Stätten der Maya zeugen von der Schönheit und Vielfalt Mittelamerikas – doch wie so häufig wird dies von der Realität überschattet: Über die Hälfte der überwiegend indigenen Bevölkerung lebt in Armut, hat keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. So viele Einwohner das Land auch hat, so wenig medizinisches Fachpersonal kann es aufweisen: In ganz Guatemala gibt es nur eine einzige Audiologin – Paty Castellanos.




Hörscreenings im ganzen Land
Diese Frau hat in Guatemala einiges in Bewegung gesetzt: Vor mittlerweile neun Jahren hat sie die Stiftung Sonrisas que Escuchan gegründet, führt im ganzen Land Hörscreenings durch und versorgt auch diejenigen Kinder mit Hörgeräten, die es sich sonst nicht leisten könnten. Dazu bildet sie eigenständig lokale Experten aus, die Hörscreenings an Schulen und Neugeboren-Hörscreenings in Krankenhäusern durchführen und Kinder und Babys mit Hörgeräten versorgen.
Doch als Einzelkämpferin stiess sie an ihre Grenzen. «Wir hatten eine lange Warteliste mit Kindern, die dringend ein Hörgerät brauchen. Leider hatten die Familien kein Geld, um Hörgeräte zu kaufen und wir hatten keine entsprechenden Geräte, die wir den Kindern kostenlos hätten abgeben können. Dank der Unterstützung der Hear the World Foundation können wir nun endlich diese Kinder mit hochwertigen Hörgeräten versorgen», sagt Paty Castellanos. Die Hear the World Foundation unterstützt das Projekt seit diesem Jahr, insbesondere mit der Spende von Hörgeräten und der Ausbildung von Fachpersonal.



Mit bunten Hörgeräten Kinder zum Lächeln bringen
Im September 2018 reiste ein Team aus Volunteers der Hear the World Foundation und Mitarbeitern der Fundación Sonrisas que Escuchan in die Region Sololá im südwestlichen Hochland Guatemalas, um Kinder an verschiedenen Schulen zu untersuchen. Zuerst kontrollierten die Mitarbeiter, ob der Gehörgang der Kinder gesund ist oder ob Ohrenschmalz oder Fremdkörper den Gehörgang blockieren. Nach der Reinigung überprüften sie dann mittels Audiometrie, ob die Kinder gut hören.
Da sich der Einsatz unter den Bewohnern der Region schnell herumgesprochen hatte, kam am dritten Tag eine Mutter mit ihrem vierjährigen Sohn zur Schule, bei dem sie einen Hörverlust vermutete. Sie hatte recht: Das Team identifizierte einen Hörverlust und konnte Jonathan de Jesús sofort zwei neue Phonak Hörgeräte anpassen. Besonders schön für den Jungen: Er konnte sich das Design selbst aussuchen und entschied sich als echter Fussballfan für rote Hörgeräte mit Fussballstickern. Momentan trägt er noch temporäre Ohrpassstücke – sobald das Team das nächste Mal in die Region reist, bringen sie ihm die fertigen Ohrpassstücke aus dem Labor in Guatemala-Stadt mit. Für Jonathan de Jesús ein Riesen-Chance: Er erhält damit die Möglichkeit, zu hören, sich altersgerecht zu entwickeln und später einmal die gleichen Chancen wie normalhörende Kinder zu haben – vielleicht ist das ja sogar sein Ticket in ein besseres Leben ohne Armut.