So hört die Welt

So hört die Welt in der dominikanischen Republik

Mit endlosen Traumstränden und kristallklarem Wasser präsentiert sich die Dominikanische Republik jährlich Millionen von Urlaubern. Doch der Alltag ist für die meisten Dominikaner alles andere als unbeschwert: Fast jeder Zweite lebt in einem Elendsviertel und hat keinen Zugang zu medizinischer, geschweige denn zu hörmedizinischer Versorgung.

Um die Gesundheitsversorgung im Inselstaat in der dominikanischen Republik zu verbessern, wurde bereits im Jahr 1980 das Centro Cristiano de Servicios Médicos in Santo Domingo gegründet. Heute verfügt das Zentrum über fünf Kliniken, die im ganzen Land verteilt sind, um auch der ländlichen Bevölkerung einen besseren Zugang zu medizinischer Versorgung zu ermöglichen. Für den Ausbau der audiologischen Versorgung bekommt das Zentrum seit 2010 Unterstützung von der Schweizer Hear the World Foundation. Diese stellt neben finanziellen Mitteln auch Hörgeräte und audiologisches Equipment bereit. Außerdem sorgt sie vor Ort für die Aus- und Weiterbildung einheimischer Audiologen und sichert so auch langfristig eine hörmedizinische Versorgung.

Früherkennung und Versorgung für eine bessere Zukunft

Bislang wurden in der Dominikanischen Republik keine Hörscreenings bei Neugeborenen durchgeführt, so dass Hörverlust meist erst im Alter von 18-24 Monaten entdeckt wurde. Doch je früher ein Hörverlust versorgt wird, desto eher können die Kinder sprechen lernen und sich altersgerecht entwickeln. Aus diesem Grund haben es sich die beiden Projektpartner zur Aufgabe gemacht, ein Neugeborenen-Hörscreening-Programm aufzubauen. Dadurch sollen in den nächsten fünf Jahren über 2.000 Kleinkinder mit Hörgeräten versorgt werden.

Um der zunehmenden Nachfrage von jungen Patienten für eine hörmedizinische Versorgung gerecht zu werden, hat das Zentrum mittlerweile eine eigene Audiologie-Klinik. Diese verfügt u.a. über ein Labor zur Herstellung von Ohrpasstücken, einen Raum für Sprachtherapien und eine schallisolierte Kabine, in der Kinder während des Schlafens untersucht werden können.

Ein Besuch, der Hoffnung bringt

Im Dezember 2016 bekam das Zentrum Besuch von Simon Ollert, dem derzeit einzigen aktiven deutschen Fußballprofi mit hochgradigem Hörverlust. Nachdem er sich selbst nie von seinem Traum, Fußballprofi zu werden, abhalten ließ, will er auch andere dazu ermutigen, ihre Träume zielstrebig zu verfolgen: „Ich möchte den Kindern hier am Beispiel meiner Geschichte zeigen, was man trotz Hörverlust alles erreichen kann und so ihr Selbstbewusstsein und ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärken.“

Daneben will Ollert auch die Eltern im Umgang mit ihren Kindern unterstützen und sie durch seine eigenen Erfahrungen dazu ermutigen, geduldig mit ihren Kindern sprechen zu üben. Denn gerade die Eltern haben einen großen Einfluss auf die Sprachentwicklung und damit die Zukunftsperspektiven ihrer Kinder.

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