So hört die Welt in Armenien
Armeniens Wirtschaft, geschwächt von einem zerstörerischen Erdbeben im Jahr 1988, brach nach dem Auseinanderfallen der Sowjetunion komplett zusammen – und erholt sich bis heute nur mühsam.
Das spiegelt sich auch im Gesundheitssystem in Armenien wider: Der Staat gibt nur rund zwei Prozent des Bruttosozialprodukts für die Gesundheitsversorgung aus. Deswegen müssen die Armenier, von denen 20 Prozent von weniger als zwei Euro pro Tag leben, etwa 60 Prozent der Kosten für ihre medizinische Versorgung selbst aufbringen – für viele unbezahlbar. Dazu kommt, dass vielen Krankenhäusern die nötige Ausstattung fehlt und das Personal vor allem in den ländlichen Regionen ungenügend ausgebildet ist.
Doppelte Unterstützung aus der Schweiz
Foto: Ehrin Macksey / Hear the World
Aus diesem Grund arbeitet das Universitäts-Kinderspital Zürich bereits seit 1988 mit dem Arabkir Hospital in Armeniens Hauptstadt Jerewan zusammen – der wichtigsten Kinderklinik des Landes. Mehrmals im Jahr reisen Ärzte aus Zürich dorthin, um sich vor Ort zu engagieren.
Die Hear the World Foundation unterstützt diese Kooperation seit 2010 und sorgt für den Ausbau und die Weiterentwicklung der hörmedizinischen Versorgung sowohl am Arabkir Hospital als auch in ländlichen Gebieten. Dank der Stiftung konnte das Programm bereits auf fünf Kliniken in weiteren Regionen des Landes ausgeweitet werden. So können viele betroffene Kinder in der Nähe ihres Zuhauses versorgt werden.
Hörverlust versorgen: frühzeitig und nachhaltig
Ein weiterer Fokus des Projekts: Hörscreenings für Neugeborene, um Hörverlust frühestmöglich zu identifizieren und die betroffenen Kinder mit Hörgeräten zu versorgen. Denn nur wer gut hört, kann auch sprechen lernen, sich altersgerecht entwickeln und eine Schule besuchen. Aus diesem Grund spendet die Hear the World Foundation neue Hörgeräte und Batterien, mit denen selbst Kinder mit einem hochgradigen Hörverlust wieder oder zum ersten Mal hören können. Um ihnen den Schulbesuch zu erleichtern, werden sie zusätzlich mit drahtlosen Mikrofonsystemen ausgestattet, dank denen sie dem Unterricht problemlos folgen können.
Zudem bietet die Stiftung ein umfassendes Aus- und Weiterbildungsprogramm. So unterstützen Sonova-Volunteers das Projekt regelmäßig vor Ort, indem sie die lokalen Experten schulen. Darüber hinaus wird jungen armenischen Audiologen ein mehrwöchiges praxisnahes Ausbildungsprogramm in der Schweiz ermöglicht. So leistet die Hear the World Foundation Hilfe zur Selbsthilfe und stellt sicher, dass sich die Situation der armenischen Kinder mit Hörverlust nachhaltig verbessert.