#socialbridge

#socialexperiment: Definition

Taub oder gehörlos? Taubstumm oder taub? Gehörlos oder taubstumm? Hörbehindert oder hörgeschädigt? Wie gut sind hörende Passanten über die Begrifflichkeiten einer Hörbehinderung informiert und welche Unterschiede stellen sie sich darunter vor?

Im deutschen Sprachgebrauch gibt es viele verschiedene Bezeichnungen, die eine Hörbehinderung definieren. Kann eine Gesellschaft, die zu wenig über das Thema weiß, diese Begrifflichkeiten auseinander halten? Welche Bezeichnungen ziehen die Passanten vor? Kennen sie den Begriff «Gehörlosenkultur» und was stellen sie sich darunter vor?

Ein Spiel mit Begrifflichkeiten, Chaos, Unterschieden und Verwirrung. Mit einem einfachen Kartenspiel versuchten hörende Passanten die Unterschiede der Begrifflichkeiten zu erklären. Die Passanten antworten ohne eingespieltes Hintergrundwissen von Anika direkt im Gespräch.

Von Geburt auf

Wie beschreiben die Passanten eine Person, die von Geburt an nichts hören kann? Häufig fiel der Begriff ‹gehörlos›. Manche bezeichneten die zu definierende Person als taub. Eine der Passanten nennt sie beim Vornamen, kam dann aber doch auf den Begriff ‹gehörlos› bzw. ‹der Gehörlose und die Gehörlose›. Schließlich fiel der Begriff ‹hörbehindert›. Eine der Passantinnen wiederum würde die Person als ‹Mensch› bezeichnen und nannte keine weiteren abgrenzenden Begriflichkeiten. Fast hätte sich eine Hörende mit den Begrifflichkeiten verzettelt. Sie korrigierte im letzten Moment ihre Aussage von ’stumm› auf ‹taub›. Keine der Befragten nannte den Begriff ‹taubstumm›. Anders beim Definitionsspiel mit den Karten, bei welchem die Passanten den Unterschied erklären mussten.

Die Gehörlosenkultur

Was verstehen die Passanten unter dem Begriff ‹Gehörlosenkultur›? Die Passanten konnten weitgehend nichts mit dem Begriff anfangen und verknüpften die Gehörlosenkultur ganz allgemein mit den Menschen, die über eine Hörbehinderung verfügen und weniger mit der Gebärdensprache. Es ist erstaunlich, dass niemand mit diesem Begriff etwas anfangen konnte. Im Modul Kommunikation wünschen sich die Passanten aber mehr Aufklärungsarbeit über die Kommunikationsform der Gebärdensprache. Um im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit einen korrekten Bezug zur Gehörlosenkultur herzustellen, ist der Begriff Gebärdensprachgemeinschaft zeitgemäß. Nur so besteht die Möglichkeit, dass die hörende Gesellschaft einen besseren Bezug herstellen kann.

Ein Salat aus Definitionen

Wie beschreiben die Passanten den Unterschied zwischen den Begriffen ‹taub oder gehörlos und taubstumm› sowie zwischen ‹hörgeschädigt und hörbehindert›? Zwei der Passanten sind sich einig, dass jemand hörgeschädigt ist, wenn dieser von Geburt an schlecht hört und die Hörbehinderung eine Begleiterscheinung des Altersungsprozesses ist. Richtig lagen die Passanten bei der Beschreibung des Unterschiedes zwischen ‹taub› und ‹taubstumm›. Sobald andere Begrifflichkeiten eingeworfen wurden, kamen sie nicht mehr zurecht. Ganz eindeutig fiel die Antwort auf die Frage aus, wie sie eine Person definieren, der die Gebärdensprache kann. Jeder kann die Gebärdensprache erlernen!

FAZIT

Es stellte sich heraus, dass Hörende Schwierigkeiten haben, die Begrifflichkeiten auseinander zu halten. Es ist zu empfehlen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeitsarbeit mit nur einem Begriff zu arbeiten. Zum Beispiel mit ‹hörbehindert›.

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