Eigentlich suchten Ruben Rod und Philipp Treichler nur einen Lagerraum für ihre Kajaks und ihr Fischereimaterial. Heute betreiben die beiden eine eigene Fischzucht in Richterswil. Zwischen Fischbecken, Verkauf und Familienalltag zeigt sich: Hinter dem Projekt stecken viel Geduld, Engagement und Durchhaltewillen.
Vom Lagerraum zur Fischzucht
Dass aus einer einfachen Idee einmal eine eigene Fischzucht entstehen würde, hätten Ruben Rod und Philipp Treichler anfangs selbst nicht gedacht. Ursprünglich suchten sie lediglich einen Raum für ihre Kajaks und ihr Material. Doch mit der Zeit entwickelte sich daraus ein deutlich grösseres Projekt. Heute betreiben die beiden im Gewölbekeller einer ehemaligen Brauerei eine Fischzucht mit mehreren grossen Becken. Dort wachsen Saiblinge und Tigerforellen heran. Für Ruben Rod ist die Arbeit mit den Fischen mehr als nur ein Hobby. «Fische und Wasser haben mich schon als Kind fasziniert», erzählt er.
Leidenschaft für Fische und Gewässer
Schon früh verbrachte Ruben Rod möglichst viel Zeit am Wasser. Während seines Studiums als Umweltingenieur mit Schwerpunkt Naturmanagement konnte er sein Wissen über Fischerei und Gewässer weiter vertiefen. Bereits damals arbeitete er in einer Fachgruppe mit, die sich mit Aquakulturen beschäftigte. So entstand Schritt für Schritt auch die Idee, selbst Fische zu züchten. Besonders spannend findet Ruben Rod die Verbindung aus technischem Wissen, Naturverständnis und praktischem Arbeiten.
Herausforderungen
Der Aufbau der Fischzucht verlangte viel Geduld. Neben Bewilligungen und technischen Fragen mussten immer wieder neue Probleme gelöst werden. Besonders schwierig war ein technischer Zwischenfall, infolge dessen über Nacht fast alle Fische verendeten. Trotzdem entschieden sich Ruben Rod und Philipp Treichler, weiterzumachen und die Anlage neu zu starten. «Wir leisten uns keinen Sportwagen – sondern eine Fischzucht», sagt Ruben Rod mit einem Schmunzeln. Momentan verkaufen die beiden ihre Fische direkt vor Ort, an Restaurants sowie über lokale Verkaufsstellen. Gerade der persönliche Kontakt mit den Kundinnen und Kunden sei ihnen wichtig.
Kommunikation auf Augenhöhe
Die Kommunikation läuft oft über WhatsApp, SMS oder E-Mail. Telefonate übernimmt Philipp Treichler als Guthörender. Es zeigt sich, dass nicht alle Menschen gleich offen sind für schriftliche Kommunikation. Als Team ergänzen sich die beiden Fischzüchter auf Augenhöhe und Ruben Rod erlebt auch viele positive Begegnungen. Viele Kundinnen und Kunden seien überrascht, wie gut die Verständigung funktioniere. Seine Hörbehinderung sieht Ruben Rod nicht nur als Herausforderung, sondern auch als Stärke. In der Fischzucht brauche es viel Energie und Frustrationstoleranz – Eigenschaften, die Ruben Rod auch sonst im Leben mit einer Hörbehinderung braucht.
Mit Herzblut in die Zukunft
Langfristig möchten Ruben Rod und Philipp Treichler ihre Fischzucht weiterentwickeln und zusätzliche Verkaufsmöglichkeiten aufbauen. Gleichzeitig wissen die beiden, dass ihre Fischzucht nicht dauerhaft am heutigen Standort bleiben kann. Die Gemeinde plant, das Gebäude künftig anderweitig zu nutzen. Ob und wie das Projekt danach weitergeführt werden kann, ist derzeit offen. Trotz dieser Unsicherheiten bleibt Ruben Rod optimistisch. Für ihn steht vor allem die Leidenschaft für das Projekt im Vordergrund. «Es ist ein ambitioniertes Projekt, das wir mit viel Herzblut betreiben.»
