#socialbridge

#socialexperiment: Reaktion

Wo ist das Kino? Eine ganz einfache Frage, die den hörenden Passanten gestellt wurde. Mit Gesten erklärt, die man eigentlich erraten könnte.

Wie reagieren hörende Passanten auf einen Menschen, der versucht, in Gebärdensprache zu kommunizieren und der eine Wegbeschreibung zum Kino braucht? Wird diese Person ignoriert oder zeigen die Passanten trotz der unterschiedlichen Kommunikationskanäle eine große Hilfsbereitschaft? Wie fühlten sich die Passanten in dieser Situation, als man sie in Gebärdensprache fragte, wo das Kino ist? Konnten sie es erraten? Und was werden sie beim nächsten Mal besser machen?

Die Reaktionen fallen ganz unterschiedlich aus. Einige wollten helfen – aus Mitgefühl. Andere ignorierten die fragende Person und gingen einfach weiter. Warum haben die hörenden Passanten sich geweigert, zu helfen? Diese Fragen beantworten die Passanten im Gespräch mit Anika.

Neue Situation

Wie haben sich die Passanten in der Situation gefühlt? Eine der Passanten fühlte sich hilflos, sie hatte lange überlegt, wusste aber nicht was sie sagen sollte. Eine Weitere fühlte sich komisch, da sie helfen wollte, aber nicht wusste wie. Erwähnt wurde von zwei Anderen der anfängliche Verdacht, dass es sich um eine organisierte Bettelei handeln würde. Jemand kam auf die Idee ein Medium einzubringen und zückte zügig sein Smartphone. Die Gebärde für den Begriff ‹Kino› wurde von einer Gruppe erraten. Sofort wurde die gewünschte Hilfe mittels Handzeichen angeboten. Es stellte sich insgesamt heraus, dass sich die Passanten hilflos fühlten, weil sie helfen wollten, aber die Gebärden nicht verstanden. Kaum Jemand lief vorbei und ignorierte das Geschehen.

Reaktion

Warum haben die Passanten reagiert bzw. wollten helfen? Ursächlich war unter anderem der direkte Blickkontakt. Eine Passantin erwähnte, dass die getätigte Handbewegung für sie ein «Hallo, bleiben Sie mal stehen» bedeutete, auf das sie reagierte. Für drei wetiere Passanten, war der fragende Gesichtsausdruck Motivation genug, um stehen zu bleiben und zu helfen. Eine der Passanten teilte mit, dass es ihr Naturell ist, Menschen aufmerksam anzuschauen und zu helfen. Auch hier zeigt sich eine grundlegende Hilfsbereitschaft bei den hörenden Menschen. Eine Ablehnungshaltung war nicht anzutreffen unter jenen Passanten, die aufmerksam stehen blieben. Durchaus gab es vereinzelt Passanten, die  schnurstraks vorbeigingen und die Gebärden keines Blickes würdigten. Eine Seltenheit.

Verbesserung

Was würden die Passanten beim nächsten Mal besser machen? «Ich würde genauso reagieren», antworteten viele der Befragten. Eine freute sich eine neue Gebärde in ihrem Wortschatz aufnehmen zu dürfen. Mehr Fantasie und Kreativität anwenden, war die Antwort von zwei weiteren Passantinnen. Ein Anderer würde ebenso besser verstehen wollen, schlug daher Zettel und Stift vor, für das nächste Zusammentreffen. Statt dem Smartphone würde ein Passant wieder zu einem Medium greifen, aber eher zu Zettel und Stift tendieren, da natürlich das Risiko besteht, dass das Smartphone gestohlen werden könnte. Auf jeden Fall würde die Freundin zu Rate gezogen werden, war ein weiterer Vorschlag. Auf Seiten der Hörenden bestand großes Interesse an möglichen Lösungsvorschlägen.

FAZIT

Grundsätzlich waren die Passanten hilfsbereit und interessiert. Eine Ablehnungshaltung gegenüber einem Menschen mit Hörbehinderung hatten Wenige.

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